Heilpädagogische Praxis - Stephanie Jofer-Ernstberger

Ihr Slogan

Liebe Eltern,

Sie machen sich Sorgen um das Wohlbefinden sowie um die Entwicklung Ihrer Tochter bzw. Ihres Sohnes. Sie bemerken, dass der familiäre Alltag (oder der Alltag im Kindergarten, in der Schule etc.) durch schwierige Zeiten mit dem Kind belastet wird. Ihr Kind handelt im Alltag mit ungünstigen Verhaltensweisen, die seine Not offenkundig werden lassen. Vielleicht haben Ihnen außenstehende Personen (z.B. Erzieherinnen, Lehrerinnen etc.) eine Hilfemaßnahme empfohlen. 

Nun beginnt die gemeinsame Entdeckungsreise: Ihr Kind wird in den nächsten Monaten durch eine Heilpädagogin spieltherapeutisch begleitet und parallel berät die Heilpädagogin Sie bzw. andere Bezugspersonen, um wieder gute Momente im Alltag Ihres Kindes zu festigen.

Was passiert in der Heilpädagogischen Spieltherapie?

Die Heilpädagogische Spieltherapie nutzt die kindliche Fähigkeit und Bereitschaft für das Spielen. Nicht das Gespräch und auch keine Verhaltensliste, sondern das Spiel mit seinen vielfältigen Formen ist zentraler Motor der kindlichen Entwicklung.

Die Spielmaterialien im Spielzimmer sind Ausdrucksmittel und Kommunikationsmittel zwischen Ihrem Kind und der Heilpädagogin.

Im Spiel drückt es aus:

  • wie es sich selbst, seine Bezugspersonen und seinen Alltag wahrnimmt und erlebt,
  • was es belastet und welche Lösungen es selbst sieht,
  • welche Emotionen damit verbunden sind, d.h. wie es gefühlsmäßig darauf reagiert,
  • welche Bedürfnisse es hat und es kann in der vertrauten Beziehung zur Heilpädagogin neues Wahrnehmen, neues Denken, neues Fühlen und neues Handeln ausprobieren.

Ihr Kind teilt sich im Spiel mit, wie es sich anfühlt, ein Kind in der aktuellen (belasteten) Situation mit all den Erlebnissen und Erfahrungen zu sein. Durch die Unterstützung und Begleitung der Heilpädagogin kann Ihr Kind seine Probleme, seine Erfahrungen und seine Empfindungen neu ordnen und lernen, sich und andere besser zu verstehen, sich besser mitzuteilen und alternative Verhaltensweisen zu entwickeln.

Die Heilpädagogin wertet nicht, sie steckt Ihr Kind gedanklich nicht in ein Schublade (z.B. die der Verhaltensauffälligkeit) und sie fragt Ihr Kind nicht im Sinne eines Ermittelns aus, sondern stellt sich als zuverlässige, vertraute Wegbegleiterin zur Seite, um Ihrem Kind zu helfen. Sie akzeptiert Ihr Kind, so wie es ist. Sie akzeptiert deswegen nicht alles, was das Kind an Verhalten an den Tag legt. Auch im Spielzimmer gibt es Regeln und Grenzen.

Erfahrungsgemäß ist Ihrem Kind meist nicht bewusst, dass es in den Spielstunden an seinen inneren Konflikten, an seiner Entwicklung und an seinen Fähigkeiten ‚arbeitet‘. Für Ihr Kind bedeutet die Zeit im Spielzimmer mit der Heilpädagogin zu spielen.

Wie können Sie als Eltern mithelfen, dass die Heilpädagogische Spieltherapie sich konstruktiv auswirkt?

Es ist wichtig, dass Ihr Kind Zuverlässigkeit erlebt: Bringen Sie deshalb Ihr Kind pünktlich und holen es zuverlässig nach der vereinbarten Zeit wieder ab. Teilen Sie Ihrem Kind frühzeitig mit, wenn ein Termin verschoben wird bzw. ausfallen muss. Es soll durchgehend wissen, wann es bei der Heilpädagogin in der Spieltherapie ist.

Es ist wichtig, dass Ihr Kind beachtet wird. Für das Kind ist es wichtig, dass es nicht in seinen Defiziten und Schwierigkeiten wahrgenommen wird. Viele Kinder empfinden die Klagen über familiäre Belastungen als persönliche Schuldzuschreibungen und Abwertungen. Es ist hilfreich, wenn Sie beim Bringen und Abholen Ihrer Tochter/Ihres Sohnes nicht ‚über Ihr Kind‘ sprechen. Möchten Sie der Heilpädagogin etwas mitteilen, so nutzen Sie einen Telefon- oder Gesprächskontakt.

Es ist wichtig, dass Ihr Kind nicht zwischen dem Vertrauen zu den Eltern und dem Vertrauen zur Heilpädagogin irritiert wird. Nach erfolgtem Beziehungsaufbau vertraut sich Ihr Kind der Heilpädagogin an. Es teilt sich im Spiel und im Gespräch mit. Seien Sie gewiss, dass alles Gesagte bei der Heilpädagogin gut aufgehoben ist. Sie helfen Ihrem Kind, wenn Sie es nicht in Gewissenskonflikte stürzen, indem Sie es beispielsweise nach der Spielstunde ausfragen oder ihm verbieten, über Themen zu sprechen. Bitte begnügen Sie sich beispielsweise auf die Nachfrage ‚Wie war es?‘ mit der Antwort Ihres Kindes: ‚Gut. Wir haben gespielt‘. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Heilpädagogin.

Es ist wichtig, dass Ihr Kind sich ohne Wenn-und-Aber in das Spiel stürzen kann. Für das Kind ist es hilfreich, wenn es ohne Sorgen um beispielsweise seine Kleidung mit Farben malen, mit Sand und Wasser matschen oder auf den Knien als Löwe durch das Zimmer robben kann. Sie helfen Ihrem Kind, wenn es Kleidung während der Spielzeit trägt, auf die es nicht achten muss.

Wichtig für den Entwicklungsprozess des Kindes, für das Verstehen der Heilpädagogin sowie für den Transfer guter Momente in den familiären Alltag ist der Austausch mit Ihnen. Dieser sollte regelmäßig stattfinden. Bitte kommen Sie auf die Heilpädagogin zu, wenn Ihnen etwas unklar ist bzw. Sie Fragen haben. Ein Besuch der Heilpädagogin bei Ihnen zuhause gibt die Möglichkeit, die Beziehungen zu vertiefen.

Die ersten Spieleinheiten – Es geht los.

Nach dem erfolgten Erstkontakt und der Bewilligung der heilpädagogischen Hilfe, kommt Ihr Kind regelmäßig für den Behandlungszeitraum in das Spielzimmer. Die Heilpädagogin lernt Ihr Kind mehr und mehr im Spiel kennen. Ob diese ersten Stunden mit Ihnen bzw. Ihrem Kind zusammen oder bereits mit dem Kind alleine stattfinden, richtet sich nach dem, was Ihr Kind sich in dieser noch fremden Situation selbst zutraut.